Erfolgreiche Änderung – mehr erneuerbare Energien und fachgerechte Abfallwirtschaft in Heidenrod-Kemel

Im Sommer letzten Jahres haben wir die Bebauungsplanänderung der erfolgreichen Konversion von Militärfläche in einen Betrieb für erneuerbare Energien (Wind, Solar, Biomasse) sowie Abfallwirtschaft in Heidenrod vorgestellt. Der Bebauungsplan wurde inzwischen als Satzung beschlossen sowie die dazugehörige Flächennutzungsplanänderung festgestellt.

Die Herausforderungen der Verkehrsbelastung, dem Schutz der menschlichen Gesundheit und dem Naturschutz wurden durch folgende Maßnahmen gelöst:

Vorgeschrieben Betriebszeiten verringern die Lärmbelastung für die Anwohner sowie die Verkehrsbelastung an der Auffahrt auf die B 260. Der Knotenpunkt auf der Bundesstraße B 260 erhält eine Lichtsignalanlage. Der Eingriff in Natur und Landschaft wurde ermittelt und das errechnete Defizit durch das Ökokonto der Gemeinde Heidenrod ausgeglichen. Als weitere Maßnahme zum Schutz der menschlichen Gesundheit muss das dort ansässige Unternehmen zusätzlich eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz einholen.
Rechtlich werden alle Maßnahmen durch die Festsetzungen im Bebauungsplan sowie einem separaten städtebaulichen Vertrag gesichert. Bebauungsplan einschl. Änderung: Hendel+Partner

Städtische Fläche bestmöglich nutzen – Die dreifache Innenentwicklung

Die Innenentwicklung beschreibt die Nachverdichtung innerhalb der Stadt, ohne die Stadt weiter in die angrenzende Landschaft zu vergrößern. Die doppelte Innentwicklung beschreibt die Verknüpfung von gebauter Substanz mit der grünen und blauen Infrastruktur. In der dreifachen Innentwicklung wird der Aspekt der Mobilität ergänzt.

Städtische Flächen sind einem hohen Druck ausgesetzt, denn es gibt viele Ansprüche, die untergebracht werden müssen. Eine resiliente Stadt benötigt unteranderem Flächen zur Errichtung von Wohnraum, zum Umsetzen von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, zum Erhalt von urbaner Biodiversität, für städtische Naherholungsräume und für die Mobilität. Als Lösungsansatz für den beschriebenen Konflikt wurde die dreifache Innenentwicklung erarbeitet.

Das größte Potenzial zur weiteren Innenentwicklung bieten hierbei die monofunktionalen Verkehrsräume. Voraussetzung zur Weiterentwicklung der grauen Fahrbahnen ist die Verkehrswende, denn durch die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs würden sich zwei große Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen:

  • Durch den wegfallenden ruhenden Verkehr würden neue Freiflächen entstehen, die eine neue Funktion erhalten könnten, zum Beispiel für Grünflächen oder Fahrradwege.
  • Die Verkehrsflächen wären ruhiger und die Luft sauberer, deswegen könnten diese Flächen als Freiräume in der Stadt umstrukturiert werden und als Ort der Begegnung und der Erholung dienen.

Auf ein gutes neues Jahr 2023…

Wenn’s alte Jahr erfolgreich war, Mensch, freue Dich aufs neue. Und war es schlecht, ja, dann erst recht.

(Karl-Heinz Söhler)

Wir können uns über das vergangene Jahr beileibe nicht beklagen und freuen uns darauf, in 2023 zusammen mit unseren Auftraggebern, Städten und Gemeinden, Partnerunternehmen und Ingenieurbüros neuen Herausforderungen zu begegnen. Wir haben die Pause um die Feiertage herum genutzt, um die Akkus wieder aufzuladen und sehen nun gut gelaunt und voll motiviert den kommenden Aufgaben entgegen.

Ihr Team vom Planungsbüro Hendel+Partner

Passt nicht zusammen: Winterlicher Frost und Straßenbau

Eigentlich sollte der Straßenendausbau in „unserem“ Baugebiet AM SPESS – 4. Bauabschnitt in der rheinhessischen Gemeinde Undenheim jetzt schon fast abgeschlossen sein. Aber die Witterungsverhältnisse machten uns, den beteiligten Firmen und den Anwohnern einen Strich durch die Rechnung.

So sah es noch im November `22 aus, als die Arbeiten planmäßig und zügig voran gingen…

… und einen Monat später (Mitte Dezember `22) kam dann ein Kälteeinbruch mit -4 Grad, der weitere Pflasterarbeiten verhinderte und dafür sorgte, dass die Weihnachtsferien (zumindest für die ausführenden Firmen) in diesem Jahr früher beginnen. Wie dem auch sei: Die ersehnte Fertigstellung wird sich etwas verzögern, aber sie wird kommen. Und dann wäre eine weitere Baugebietserschließung „aus dem Hause“ Hendel+Partner abgeschlossen.

Mit dem dazu passenden Zitat

„In der Stille und Geduld des Winters liegt die Kraft für das Neue“

von Monika Minder wünscht das Planungsbüro Hendel+Partner allen Geschäftspartnern, Kunden, Auftraggebern und Lesern unserer Website eine besinnliche Auszeit über die kommenden Feiertage und einen guten Start im Jahr 2023.

Städtebauliche Weiterentwicklung der Gemeinde Schlangenbad

Rücksichtnahme auf die natürlichen Gegebenheiten

In Schlangenbad sollen gewerbliche Flächen ausgebaut und eine Freiflächen-Photovoltaikanlage errichtet werden, um die Gemeinde auch als Wirtschafts-Standort attraktiver zu gestalten. Beide Vorhaben müssen baurechtlich durch Bebauungspläne gesichert werden. Dieser Aufgabe stellt sich das Büro Hendel+Partner sehr gerne. Dabei müssen einige Herausforderungen gemeistert und Lösungen gefunden werden: In Schlangenbad kommt die Äskulapnatter vor, die ist laut der roten Liste stark gefährdet. Ihr Schutz hat sehr hohe Priorität und muss in der Planung berücksichtigt werden. Die Äskulapnatter zählt mit einer Länge von bis zu zwei Metern zu den größten Schlangen Europas. Sie ernährt sich überwiegend von Kleinsäugern und Eidechsen, jedoch ermöglichen ihre Kletterfähigkeiten ihr gelegentlich das Fressen von Vogeleiern. Als Versteck für ihre Eier nutzt die Natter die feuchte Erde oder den Schutz von Steinen oder Pflanzenresten. Aus der Nahrung, den Kriterien für die Eiablage und dem Bedürfnis, die Winterstarre im Schutz von Steinhaufen oder Baumwurzel zu verbringen, ergeben sich folgende Kriterien für einen geeigneten Lebensraum: Sie benötigt einen feuchtwarmen Südhang mit buschiger, nicht zu dichter Vegetation und Geröll.

 Äskulapnatter (flickr „Äskulapnatter“ von Forstrad, Öffentliche Domäne)

Teile der Planungsgebiete sind eventuell Flachlandmähwiesen, diese sind laut § 30 Abs. 2 Nr.7 BNatSchG ein geschütztes Biotop. Im Frühjahr nächsten Jahres wird deswegen eine vegetationskundliche Erhebung durchgeführt, um das Biotop zu bestimmen und die geeigneten Schutz- beziehungsweise Ausgleichsmaßnahmen festzulegen.

Die Gesundheit der Bewohner und der Arbeitenden ist grundlegend zu beachten, deswegen werden im Rahmen der Bauleitplanung Gutachten zu Blendwirkung der Photovoltaikanlage und Lärmbelastung durch die gewerbliche Nutzung eingeholt, um das Wohlbefinden der Menschen zu gewährleisten.

Weitere umweltbezogene Belange, die von uns beachtet werden, sind der regionale Grünzug, das Vorbehaltsgebiet für besondere Klimafunktionen sowie das Heilquellenschutzgebiet.

Schlangenbad ist eine Gemeinde im Nordwesten der Landeshauptstadt Wiesbaden. Sie besteht aus dem Ort Schlangenbad und Ortsteilen Georgenborn, Wambach, Bärstadt Hausen v.d.H., Obergladbach und Niedergladbach. Bekannt ist Schlangenbad besonders als Badeort aufgrund der dort vorhandenen Thermalquellen. Die seltene Äskulapnatter ziert das Wappen der Gemeinde.

Wir freuen uns auf diese spannenden Aufgaben und die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schlangenbad.

Fit in die digitale (Planungs-) Zukunft mit XPlanung

Der IT-Planungsrat hat am 05.10.2017 die verbindliche Anwendung des Standards XPlanung beschlossen. Dieser Beschluss ist ab Februar 2023 verbindlich.

Das Ziel von XPlanung ist, dass durch das Datenformat xplan.gml der Datenaustausch unter anderem von Bebauungsplänen vereinfacht wird, sodass verschiedene Akteure (Behörden, Immobilienwirtschaft, Nachbargemeinden, Öffentlichkeit, Sonstige Träger Öffentlicher Belange und Planungsbüros) allesamt auf die Pläne zugreifen können und diese verarbeiten können, ohne dass Informationen verloren gehen. Hierbei werden auch die relevanten gesetzlichen Grundlangen integriert, wie beispielsweise das BauGB, die BauNVO und die PlanzV. Durch die Vereinfachung sollen Verwaltungsvorgänge im Bereich Planen und Bauen effektiver und kostengünstiger werden und qualitativ verbessert werden.

Die Umstellung hierauf ist jedoch mit einigem Aufwand verbunden, weshalb diese, trotz der Verbindlichkeit ab Februar 2023, nur schleppend vorangeht.

Wir, das Planungsbüro Hendel + Partner, nehmen das Thema nun schnellstmöglich in Angriff. Das bedeutet: Unsere CAD-Programme müssen aktualisiert werden, Module erworben werden und auch die Mitarbeiter müssen geschult werden. In Zukunft müssen die Bebauungspläne dann von Beginn an XPlan-konform erstellt werden.

Nach diesen Schritten sind wir dann vorbereitet, wenn unsere Kommunen und die Behörden die Pläne im Standard XPlanung benötigen.

Kiedrich: Ein weiterer Beitrag zur Energiewende

Mal sind es kleine Schritte, diesmal soll es eher ein großer werden…

In Kiedrich soll eine Freiflächen Photovoltaikanalage, die eine Fläche von ca. 6 ha umfasst, entstehen. Der Betreiber ist die Süwag Grüne Energien und Wasser AG & Co. KG. Um die Errichtung möglich zu machen, müssen zunächst verschiedene Flächen geprüft werden. Aller Voraussicht nach ist dann ein Zielabweichungsverfahren durchzuführen. Dabei ist darzulegen, dass die Ziele des Regionalplans Südhessen nicht wesentlich beeinträchtigt werden. Im Regionalplan Südhessen sind die möglichen Standorte etwa als „Vorranggebiet Landwirtschaft“, „Vorbehaltsgebiet für besondere Klimafunktionen“ und/oder „Regionaler Grünzug“ ausgewiesen.

Ein weiterer Aspekt, der beachtet werden muss, ist die Qualität der Flächen, auf der die Anlage errichtet werden soll. Handelt es sich etwa um schützenwerte Wiesen, landwirtschaftlich oder forstlich genutzte Flächen? Die Beeinträchtigung durch die Herstellung und den Betrieb der Solarmodule wird im weiteren Verfahren ermittelt und durch Minderungs- sowie Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen.

Unter Berücksichtigung der naturschutzrechtlichen Aspekte ist das Projekt ein wünschenswerter Schritt im Bereich der erneuerbaren Energien, denn mit der Anlage kann sowohl das geplante Aparthotel sowie die Gemeinde Kiedrich mit Strom versorgt werden.

Ganz wichtig: Die Bürgerinnen und Bürger Kiedrichs sollen bereits schon bei der Entscheidungsfindung für den Standort mitgenommen werden und Einblicke in den Planungsprozess erhalten. Diesem Ansinnen diente eine Informationsveranstaltung im Bürgerhaus Kiedrichs am 16. November 2022, bei der neben den Repräsentanten der Gemeinde auch die Investoren, Planer und Experten Rede und Anwort standen. Weitere Beteiligungsmöglichkeiten werden im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens angeboten.

Wissen, wie es geht: Es wäre dies dann bereits der 6. Bebauungsplan von Hendel+Partner für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage.

Prächtig entwickelt…

Dorfplatz Wallrabenstein mit Wegeverbindung zum Friedhof. Ein gelungenes Stück dörflicher Entwicklungsplanung. Jetzt in der zweiten Vegetationsperiode noch attraktiver: Laubbaum Hochstämme und standortgerechte Sträucher, Obstbaum-Lehrpfad, Blumenwiese, Weinpavillon, Boulebahn und Kerbeplatz.

Dorfplatz Hünstetten-Wallrabenstein – Planung und Bauleitung: Hendel+Partner

Oestrich Winkel: Mehr Platz für die Kleinsten

In Oestrich Winkel soll am nördlichen Ortsrand ein neuer Kindergarten entstehen. Geplant sind drei bis sechs Gruppen und viel Platz zum Spielen. Aktuell ist der Kindergarten in einem provisorischen Containerbau untergebracht. Dies soll sich durch den „Bebauungsplan Nr. 97 Nördlich Bürgerzentrum“ ändern. Damit kommt die Gemeinde ihrem Versprechen nach, eine kinderfreundliche Kommune zu sein. Kinder- und Jugendfreundlichkeit hat die Stadt sogar in ihre Hauptsatzung aufgenommen.

Für die Aufstellung des Bebauungsplans steht lediglich ein kleines Zeitfenster zur Verfügung, da die Baugenehmigung für den provisorischen Kindergarten nächstes Jahr seine Gültigkeit verliert.

Zusätzlich soll mit dem Bebauungsplan die Grundlage geschaffen werden, das Bürgerzentrum zu vergrößern, auch wenn es diesbezüglich noch keine konkreten Pläne gibt. Deswegen soll die Fläche im Bebauungsplan als „Fläche für Gemeindebedarf“ mit der Zweckbestimmung KiTa und Verwaltung festgesetzt. Falls das Verwaltungsgebäude verwirklicht wird, soll dies platzsparend erfolgen, damit den Kindern weiterhin ausreichend Fläche zum Spielen zur Verfügung steht.

Ein weiterer interessanter und sehr aktueller Aspekt ist die Entwässerung des Geltungsbereichs. Denn wie in vielen anderen Gemeinden sind die vorhandenen Kapazitäten bereits ausgelastet, da es sich oft um eine Mischkanalisation handelt. Deswegen sollen schon im Zuge der Bauleitplanung Strategien zur Entwässerung erarbeitet werden. Bebauungsplan: Hendel+Partner

(K)eine Stadt ohne Bäume – Maßnahmen gegen den „verfrühten Herbst“

Bäume in der Stadt sind für das Wohlbefinden der Bewohner elementar. Doch durch das Ausbleiben der Niederschläge leiden die Bäume sehr. Es ist aktuell oft zu beobachten, dass die Bäume schon im Sommer braune Blätter bekommen und diese abwerfen. Experten beschreiben dies als „Verfrühten Herbst“. Dies ist ein Schutzmechanismus der Bäume, um Wasser zu sparen. Denn die Bäume geben am meisten Wasser über die Transpiration der Blätter ab. Wenn dies einmalig passiert, hat das meistens keine nachhaltigen negativen Auswirkungen auf den Baum. Kommen aber weitere Belastungen hinzu, wie zum Beispiel Schädlinge, kann das den Baum gefährden. Auch eine Wiederholung dieses Prozesses in den Folgejahren kann die Vitalität des Baumes negativ beeinflussen.

Die ausbleibende Transpiration hat direkte Auswirkungen auf das Klima und die Menschen in der Stadt, denn durch das abgegebene Wasser kühlen die Bäume ihre Umgebung und sorgen für ein angenehmes lokales Klima. Ohne Blätter ist diese Abkühlung nicht mehr möglich!

Es kommt aber auch eine psychische Komponente hinzu. Menschen haben ein Bedürfnis nach intakter Natur. Das bedeutet, wir fühlen uns in einer grünen Umgebung wohler. Der Anblick von „kranken“ Bäumen belastet uns, auch wenn bei einem Teil der Bevölkerung nur unterbewusst.

Wie können wir also Bäume bereits in der Bauleitplanung vor solchen Zeiten schützen?

Die richtige Artenauswahl ist wichtig. Eine Möglichkeit wäre, die Artenliste für Gehölze die aktuell nur Empfehlungscharakter haben, verpflichtend zu machen. Dann könnte man frühzeitig ungeeignete Gehölze ausschließen. Ungeeignete Gehölze wären in diesem Zusammenhang u.a. Bäume mit hohem Wasserbedarf. Außerdem ist zu prüfen, ob im städtischen Kontext auch Empfehlungen zu nicht heimischen Gehölzen möglich sind. Denn es gibt zum Beispiel mediterrane Gehölze, die besser an Wassermangel und Hitze angepasst sind und unsere Winter in den Städten überstehen können. Anzumerken ist, dass in diesem Fall für jede Situation eine neue und angemessene Gehölzliste erstellt werden muss. Denn Deutschland kann in 4 Winterhärtezonen gegliedert werden, das ist eine Temperaturspanne von Minimalwerten zwischen -28,8° und -12,2°C.

Grundlage für eine gute Wasserversorgung ist ein ausreichender Wurzelraum. Dieser kann durch zeichnerische Festsetzungen von kleinen öffentlichen Grünflächen gesichert werden oder auch durch textliche Festsetzungen, die die Mindestanforderungen für den Wurzelbereich festlegen. In diesem Zusammenhang ist auch eine gute und logische Wegeführung hilfreich, denn jeder Fußgänger, Fahrradfahrer oder vielleicht sogar Autofahrer, der den Wurzelraum überquert verdichtet diesen. Die Verdichtung des Bodens hat schwerwiegende Auswirkungen. Unter anderem wird das Bodengefüge zerstört und damit kann der Boden weniger Wasser speichern.

Wir sind sehr besorgt und werden unsere auftraggebenden Kommunen auch weiterhin dazu anhalten, entsprechende Festsetzungen in die Bebauungspläne aufzunehmen.